<?xml version="1.0" encoding="iso-8859-1"?>
<feed version="0.3" xmlns="http://purl.org/atom/ns#" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xml:lang="de"> 
<title>Moritz in Ruanda</title> 
<link rel="alternate" type="text/html" href="http://moritz.vem-freiwillige.de" /> 
	 
	<modified>2012-04-05T01:30:35+0200</modified> 
<tagline>2011-2012</tagline> 
<generator url="http://www.lifetype.net/" version="1.0.2">LifeType</generator> 
 
<copyright>Copyright (c) admin</copyright> 
  
 <entry> 
 <id>tag:vem-freiwillige.de,2012-04-05:679</id>
 <title>Kommunikation in Ruanda</title> 
 <link rel="alternate" type="text/html" href="http://moritz.vem-freiwillige.de/post/38/679" /> 
  
 <modified>2012-04-05T01:30:35+0200</modified> 
 <issued>2012-04-05T01:30:35+0200</issued> 
 <created>2012-04-05T01:30:35+0200</created> 
 <summary type="text/plain"> Wie alle V&amp;ouml;lker dieser Erde haben auch die Ruander ihre Ticks und Macken und es ist mir eine Freude dar&amp;uuml;ber zu berichten, da ich auch wei&amp;szlig;, dass Ruander auch gerne Spa&amp;szlig; ...</summary> 
 <author> 
  
 <name>Moritz</name> 
 <url>http://moritz.vem-freiwillige.de</url> 
 <email>moritz.proell@googlemail.com</email> 
</author> 
<dc:subject>
Allgemein 
</dc:subject> 
 <content type="text/html" mode="escaped" xml:lang="de" xml:base="http://moritz.vem-freiwillige.de"> 
 &lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;Wie alle V&amp;ouml;lker dieser Erde haben auch die Ruander ihre Ticks und Macken und es ist mir eine Freude dar&amp;uuml;ber zu berichten, da ich auch wei&amp;szlig;, dass Ruander auch gerne Spa&amp;szlig; haben (und ich manche dieser Kommunikationsmittel gar nicht schlecht finde): Da w&amp;auml;re nat&amp;uuml;rlich einmal die Sache mit dem &amp;bdquo;r&amp;ldquo; und dem &amp;bdquo;l&amp;ldquo;. Wie kann man denn gerade diese beiden Buchstaben verwechseln? Gerade im Englischen? Was w&amp;uuml;rden Sie auf die Frage: &amp;bdquo;Where do you play?&amp;ldquo; antworten? Die richtige Antwort: &amp;bdquo;In der anglikanischen Kirche.&amp;ldquo; Oder &amp;bdquo;erection&amp;ldquo; kann auch mal &amp;bdquo;Wahl&amp;ldquo; hei&amp;szlig;en, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Gerade beim Buchstabieren kann einen dieser Verwechslungswillen richtig rammd&amp;ouml;sig machen: Sage ich &amp;bdquo;arrrrr&amp;ldquo; (mit dem aller amerikanischsten Gerolle) kommt doch wieder ein &amp;bdquo;l&amp;ldquo; heraus. Und ich fange auch schon an!! Und erwische mich selbst dabei wie ich &amp;bdquo;vely&amp;ldquo; oder &amp;bdquo;rearry&amp;ldquo; sage. Aber es ist wirklich so: Der englische Wortschatz mancher Ruander ist dreimal so gro&amp;szlig; wie bei einem durchschnittlichen deutschen Sch&amp;uuml;ler (mich eingeschlossen), aber bei der Aussprache sind die Ruander teilweise sehr speziell (und werfen mir das Selbe vor). Aber man versteht sich trotzdem. Irgendwie. Daf&amp;uuml;r sagt man dann einfach &amp;bdquo;eeee&amp;ldquo; (langer warmer Ton), ist man erstaunt oder ungl&amp;auml;ubig sagt man &amp;bdquo;e-e-e-e&amp;ldquo; (mit Stakkato, aus dem Bauch). Probiert das mal aus, das hat wirklich Stil: Ein Gespr&amp;auml;chspartner formuliert einen sch&amp;ouml;nen Gedanken (vielleicht zum Wetter) die andere Person macht &amp;bdquo;eeee&amp;ldquo;, diese Person sagt dann auch etwas (vielleicht &amp;uuml;ber das beeindruckend gro&amp;szlig;e Auto das gerade vorbeigefahren ist) worauf die erste Person ein erstauntes (und ungl&amp;auml;ubiges) &amp;bdquo;e-e-e-e&amp;ldquo; von sich gibt. Auch gut zum selbst ausprobieren und ein gutes Beispiel f&amp;uuml;r komplexes kommunikatives Mienenspiel ist das &amp;bdquo;Lippenzeigen&amp;ldquo;: M&amp;ouml;chte man auf irgendetwas zeigen und f&amp;uuml;hlt sich gerade zu schwach seine Arme zu heben (oder m&amp;ouml;chte die Kommunikation ein bisschen ausgefallener gestallten) st&amp;uuml;lpt man seine Lippen zu einem Kussmund und &amp;bdquo;zeigt&amp;ldquo; dann mit diesem in die entsprechende Richtung: &amp;bdquo;Innocent kann ich mal dein Telefon benutzen&amp;ldquo; fragt eine (hier nicht genauer benannte) Person &amp;bdquo;Ja kein Problem das liegt da (Lippen ausst&amp;uuml;lpen, Lippen nach rechts biegen und auf den Stuhl &amp;bdquo;zeigen&amp;ldquo;, Lippen wieder einst&amp;uuml;lpen)&amp;ldquo;sagt Innocent &amp;bdquo;&amp;Auml;h wo genau?&amp;ldquo; fragt diese (in nonverbalen Kommunikationsmitteln nicht versierte oder auffassungslangsame) Person&amp;ldquo; Innocent: &amp;bdquo;DA (Lippen m&amp;ouml;glichst weit ausst&amp;uuml;lpen, mehrmals deutlich (so deutlich jedenfalls wie das mit Lippen m&amp;ouml;glich ist)auf das Telefon zeigen, Lippen wieder zur&amp;uuml;ckziehen und einst&amp;uuml;lpen)!&amp;ldquo;. Was mich auch ein bisschen wundert ist, dass Ruander bei gesellschaftlichen Anl&amp;auml;ssen auf besonders steife, langweilige und emotionslos vorgetragene Reden stehen. Bis jetzt hatte ich eher die Deutschen als Meister dieser Klasse gesehen. Bei all den Trauer, Festtags, Konfirmations und sonst wie gearteten Reden deutscher Onkel, B&amp;uuml;rgermeister oder sonst wie wichtigen Personen, mit Pult, Zettelsammlung und ausdruckslosem Gesicht, hatte ich doch in Ruanda eine etwas lockere Art erwartet. Ich habe echt keinen blassen Schimmer warum denen das so gef&amp;auml;llt. . . . Nein ich kann es wirklich nicht sagen. Somit ist die Kommunikation Ruandas immer noch ein Geheimnis, dessen tiefste Tiefen ich wahrscheinlich nie erreichen werde.&lt;/div&gt; 
</content> 
</entry> 
 
 <entry> 
 <id>tag:vem-freiwillige.de,2012-01-18:611</id>
 <title>Politisches (erster Teil)</title> 
 <link rel="alternate" type="text/html" href="http://moritz.vem-freiwillige.de/post/38/611" /> 
  
 <modified>2012-01-18T06:21:32+0100</modified> 
 <issued>2012-01-18T06:21:32+0100</issued> 
 <created>2012-01-18T06:21:32+0100</created> 
 <summary type="text/plain">Was macht man mit solchen Tagen? Es ist Flaute und es scheint als ob sich auch in Zukunft nichts mehr bewegen w&amp;uuml;rde (und solche Tage gibt es h&amp;auml;ufiger mal hier in Ruanda). &amp;bdquo;Sollen ...</summary> 
 <author> 
  
 <name>Moritz</name> 
 <url>http://moritz.vem-freiwillige.de</url> 
 <email>moritz.proell@googlemail.com</email> 
</author> 
<dc:subject>
Allgemein 
</dc:subject> 
 <content type="text/html" mode="escaped" xml:lang="de" xml:base="http://moritz.vem-freiwillige.de"> 
 Was macht man mit solchen Tagen? Es ist Flaute und es scheint als ob sich auch in Zukunft nichts mehr bewegen w&amp;uuml;rde (und solche Tage gibt es h&amp;auml;ufiger mal hier in Ruanda). &amp;bdquo;Sollen wir zu &amp;bdquo;Inzozi nziza&amp;ldquo; gehen?&amp;ldquo; schreibe ich eine SMS an meinen Freund Fabien. Und 10 Minuten sp&amp;auml;ter treffen wir uns an dem Tor zur Kirche und gehen gemeinsam zu der Eisdiele. &lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; class=&quot;MsoNormal&quot; style=&quot;text-align: justify&quot;&gt;Wenn man eines in einer Subsaharaprovinzhauptstadt nicht erwarten kann, dann ist es wohl eine Eisdiele, die neben Milcheis mit Granolatopping, auch Bananenkuchen und Cookies verkauft. Dieses etwas verr&amp;uuml;ckte Caf&amp;eacute; ist aber auch eine Art Hafen f&amp;uuml;r viele Wei&amp;szlig;e die nach Butare kommen. &lt;/p&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; class=&quot;MsoNormal&quot; style=&quot;text-align: justify&quot;&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; class=&quot;MsoNormal&quot; style=&quot;text-align: justify&quot;&gt;Schon von weitem sehen wir drau&amp;szlig;en, auf Plastikst&amp;uuml;hlen sitzend, fr&amp;ouml;hlich Fruchtsaft schl&amp;uuml;rfende oder Eis essende internationale G&amp;auml;ste. Wir schaffen es noch nicht einmal die Terrasse zu betreten, da begr&amp;uuml;&amp;szlig;t uns schon Jan, ein selbstst&amp;auml;ndig in Kigali arbeitender Deutscher, der uns mitteilt, dass wir gerade eine Gruppe von 8 deutschen Volont&amp;auml;rinnen verpasst h&amp;auml;tten. Am gleichen Tisch sitzt auch Nick aus England mit seinem Bruder Tim aus Kanada, mit denen ich kurzerhand einen Ausflug in den Nyungwepark ausmache. Ohne uns wieder festzuquatschen schaffen wir es bis vor die Theke und bestellen zwei gro&amp;szlig;e Becher Vanilleeiscreme. Zur&amp;uuml;ck am Tisch verabschieden sich Jan, Nick und Tim und ich bemerke eine andere deutsche Frau, die ich schon einmal in Kigali im Immigration Office gesehen habe. Sie sei schon seit 10 Uhr morgens in Inzozi nziza (es ist mittlerweile 17 Uhr abends) und h&amp;auml;tte die ganze Zeit mit verschiedenen Leuten geredet, bemerkt sie selbst erstaunt als wir sie ansprechen. W&amp;auml;hrend ich noch fasziniert bin, dass jemand 7 Stunden im gleichen Caf&amp;eacute; sitzen kann, fragt sie Fabien: &amp;bdquo;Und was machst du hier in Butare?&amp;ldquo; &amp;bdquo;Ich bin Student im Fachbereich Psychologie&amp;ldquo; antwortet er. &amp;bdquo;Und was h&amp;auml;ltst du von dem FARG&lt;span&gt;&amp;nbsp; &lt;/span&gt;Programm (Unterst&amp;uuml;tzung f&amp;uuml;r Genozid &amp;Uuml;berlebende)?&amp;ldquo; fragt sie &amp;uuml;berraschend schnell auf diese Aussage Fabiens hin. Ein bisschen unsicher auf diese konfrontative Frage antwortet er, dass er es eigentlich ganz gut f&amp;auml;nde. &amp;bdquo;Und darf ich fragen was du machst?&amp;ldquo; frage ich sie, beginne mit meinem Eis und der Vorahnung auf ein interessantes Gespr&amp;auml;ch. &amp;bdquo;Ich schreibe meine Thesis f&amp;uuml;r Genderstudies &amp;uuml;ber die Verarbeitung von Vergewaltigungen von Frauen im Kongolesischen Krieg. Daf&amp;uuml;r habe ich auch eine Zeit lang in Bukavu gewohnt (das liegt am S&amp;uuml;dende des Kivusees an der Grenze zu Rwanda), allerdings habe ich nach einiger Zeit gemerkt, dass es einfach zu verr&amp;uuml;ckt ist dort zu leben! Der Vater der Familie bei der ich untergebracht war, hat mich gebeten lieber woanders zu wohnen, da ich seine Familie gef&amp;auml;hrde! Und zwar ist es so, dass die komplette Nachbarfamilie umgebracht wurde, weil sie reich geworden sind und Erpressern davon nichts abgeben wollten. Und eine Wei&amp;szlig;e zu beherbergen suggeriert unweigerlich, dass man auch reich w&amp;auml;re&amp;ldquo;. &amp;bdquo;Ja der Kongo ist verr&amp;uuml;ckt&amp;ldquo; sagte Fabien, &amp;bdquo;aber hier in Ruanda hat sich einiges verbessert und auch die politische Situation ist viel besser&amp;ldquo;. &amp;bdquo;Das stimmt schon&amp;ldquo; sagt Miriam (die ich zwischenzeitlich noch nach ihrem Namen fragen konnte) &amp;bdquo;es l&amp;auml;uft vieles gut hier in Ruanda. Paul Kagames Politik ist sehr erfolgreich, wie z.B. das Plastikt&amp;uuml;tenverbot und der Kampf gegen Korruption. Aber was mich interessieren w&amp;uuml;rde: W&amp;uuml;rdest du ihn w&amp;auml;hlen wenn Morgen die n&amp;auml;chste Wahl w&amp;auml;re?&amp;ldquo;. Fabien &amp;uuml;berlegte ein bisschen bevor er antwortete, dann sagte er: &amp;bdquo;Paul Kagame hat ja schon zwei Amtsperioden hinter sich und eine dritte w&amp;auml;re nach unserem Gesetz illegal. Abgesehen davon w&amp;uuml;rde ich ihn schon unterst&amp;uuml;tzen, insbesondere wegen seiner sehr erfolgreichen Politik&amp;ldquo;. &amp;bdquo;Ja, das ist wirklich die Frage: Ob Kagame, ich glaube das wird im Jahre 2017 sein, sein Pr&amp;auml;sidentenamt freiwillig abgeben wird. Aber noch zu einer anderen Sache: Laut eines UN- Berichts exportierte Ruanda um die 10 Tonnen Diamanten pro Jahr, die aber nicht aus den eigenen Ressourcen stammen k&amp;ouml;nnen. Ich vermute das die immer noch aus dem Kongo kommen.&amp;ldquo; &amp;bdquo;Das glaube ich nicht&amp;ldquo; wehrt Fabien scharf ab.&lt;span&gt;&amp;nbsp; &lt;/span&gt;&amp;bdquo;Aber in Cyangugu (das liegt direkt neben Bukavu auf der ruandischen Seite der Grenze) sieht man nachts kleine Boote &amp;uuml;ber den Kivusee fahren, ungekennzeichnet und scheinbar heimlich. Du kannst nicht bestreiten, dass Ruanda viel vom Kongo profitiert hat, besonders w&amp;auml;hrend der Kongokriege. Aber warum glaubst du nicht, dass das nicht sein kann?&amp;ldquo;. &amp;bdquo;Daf&amp;uuml;r muss ich weit ausholen&amp;ldquo; sagt Fabien &amp;bdquo;aber wenn ihr genug Zeit habt&amp;hellip;?&amp;ldquo; wir nicken beide und so f&amp;auml;ngt er an&amp;hellip;&lt;span&gt;&amp;nbsp; &lt;/span&gt;&lt;/p&gt; 
</content> 
</entry> 
 
 <entry> 
 <id>tag:vem-freiwillige.de,2012-01-18:610</id>
 <title>Geschichtliches (zweiter Teil)</title> 
 <link rel="alternate" type="text/html" href="http://moritz.vem-freiwillige.de/post/38/610" /> 
  
 <modified>2012-01-18T06:19:18+0100</modified> 
 <issued>2012-01-18T06:19:18+0100</issued> 
 <created>2012-01-18T06:19:18+0100</created> 
 <summary type="text/plain"> &amp;nbsp; /* Style Definitions */  table.MsoNormalTable 	{mso-style-name:&quot;Normale Tabelle&quot;; 	mso-tstyle-rowband-size:0; 	mso-tstyle-colband-size:0; 	mso-style-noshow:yes; 	mso-style-priority:99; ...</summary> 
 <author> 
  
 <name>Moritz</name> 
 <url>http://moritz.vem-freiwillige.de</url> 
 <email>moritz.proell@googlemail.com</email> 
</author> 
<dc:subject>
Allgemein 
</dc:subject> 
 <content type="text/html" mode="escaped" xml:lang="de" xml:base="http://moritz.vem-freiwillige.de"> 
 &lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;&amp;nbsp;&lt;style&gt;/* Style Definitions */  table.MsoNormalTable 	{mso-style-name:&quot;Normale Tabelle&quot;; 	mso-tstyle-rowband-size:0; 	mso-tstyle-colband-size:0; 	mso-style-noshow:yes; 	mso-style-priority:99; 	mso-style-parent:&quot;&quot;; 	mso-padding-alt:0in 5.4pt 0in 5.4pt; 	mso-para-margin-top:0in; 	mso-para-margin-right:0in; 	mso-para-margin-bottom:10.0pt; 	mso-para-margin-left:0in; 	line-height:115%; 	mso-pagination:widow-orphan; 	font-size:11.0pt; 	font-family:&quot;Calibri&quot;,&quot;sans-serif&quot;; 	mso-ascii-font-family:Calibri; 	mso-ascii-theme-font:minor-latin; 	mso-hansi-font-family:Calibri; 	mso-hansi-theme-font:minor-latin; 	mso-bidi-font-family:&quot;Times New Roman&quot;; 	mso-bidi-theme-font:minor-bidi; 	mso-fareast-language:EN-US;} &lt;/style&gt; &lt;span style=&quot;font-size: 11pt; line-height: 115%; font-family: &amp;quot;Calibri&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;&quot;&gt;&amp;bdquo;Vor diesen ganzen Kriegen und bevor das alles passiert ist waren Ruanda und Kongo sehr gut befreundet, besser als mit den ganzen Ostafrikanischen Staaten. Vor dem Genozid von 1994 waren aber schon viele Tutsis in die Ostafrikanischen L&amp;auml;nder geflohen und haben besonders in Uganda sehr n&amp;uuml;tzlich Kontakte zum Milit&amp;auml;r gekn&amp;uuml;pft: Viele Gener&amp;auml;le wurden von Ruandern gestellt und das diese Ruander dann immer mal wieder Waffen f&amp;uuml;r den eigenen Bedarf sichergestellt haben, ist da nur verst&amp;auml;ndlich. Schlie&amp;szlig;lich konnten sie in Uganda eine Guerilla Miliz zusammenstellen und damit einen kleinen Teil des Nordens Ruandas einnehmen. Dort gibt es sehr viel Wald zwischen den Vulkanen und durch ihre genauen Kenntnisse des Terrains konnten sie die Truppen der Hutu-Regierung immer wieder abwehren. Die Angriffe durch die Tutsi- Milizen (oder auch RPF: Rwanden Patriotic Front) waren aber gleichzeitig Grund f&amp;uuml;r extreme Hutus den Unmut &amp;uuml;ber die verbleibenden Tutsis im Land zu sch&amp;uuml;ren. Allerdings hat sich der damalige Pr&amp;auml;sident Ruandas, Juv&amp;eacute;nal Habyarimana, dazu entschieden Friedensverhandlungen mit der RPF aufzunehmen und ist aus diesem Grund nach Tansania gereist, um dort die F&amp;uuml;hrenden RPF-Gener&amp;auml;le zu treffen. &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;&amp;nbsp;                &lt;style&gt;/* Style Definitions */  table.MsoNormalTable 	{mso-style-name:&quot;Normale Tabelle&quot;; 	mso-tstyle-rowband-size:0; 	mso-tstyle-colband-size:0; 	mso-style-noshow:yes; 	mso-style-priority:99; 	mso-style-parent:&quot;&quot;; 	mso-padding-alt:0in 5.4pt 0in 5.4pt; 	mso-para-margin-top:0in; 	mso-para-margin-right:0in; 	mso-para-margin-bottom:10.0pt; 	mso-para-margin-left:0in; 	line-height:115%; 	mso-pagination:widow-orphan; 	font-size:11.0pt; 	font-family:&quot;Calibri&quot;,&quot;sans-serif&quot;; 	mso-ascii-font-family:Calibri; 	mso-ascii-theme-font:minor-latin; 	mso-hansi-font-family:Calibri; 	mso-hansi-theme-font:minor-latin; 	mso-bidi-font-family:&quot;Times New Roman&quot;; 	mso-bidi-theme-font:minor-bidi; 	mso-fareast-language:EN-US;} &lt;/style&gt;   &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; class=&quot;MsoNormal&quot; style=&quot;text-align: justify&quot;&gt;Bei seiner R&amp;uuml;ckkehr wurde er in seinem Flugzeug zusammen mit dem Pr&amp;auml;sidenten des Nachbarlandes Burundi abgeschossen. Daraufhin eskalierte die Gewalt noch am gleichen Abend (der sogenannte &amp;bdquo;Genozid gegen die Tutsis&amp;ldquo; begann) und die RPF sah sich gezwungen ganz Ruanda einzunehmen. Nach anf&amp;auml;nglichen Schwierigkeiten und auch vor allem wegen ihrer geringen Zahl dauerte es ein paar Monate bis sie schlie&amp;szlig;lich Kigali und auch den Rest des Landes eingenommen hatten. Viele Hutus waren derweil in den Kongo gefl&amp;uuml;chtet, darunter nicht nur Extremisten sondern auch gro&amp;szlig;e Teile der Bev&amp;ouml;lkerung die eine Rache der Tutsis f&amp;uuml;rchteten. Die Fl&amp;uuml;chtlingscamps im Ostkongo (mit mehr als 1 Mio. Fl&amp;uuml;chtlingen) wurden zumeist von extremen Hutus kontrolliert (genannt Interahamwe). Diese f&amp;uuml;hrten nicht nur Attacken auf den Staaten Ruanda sondern sch&amp;uuml;rten weiterhin Propaganda gegen die im Kongo lebenden Tutsis. Auch machte sich in Kinshasa, der Hauptstadt des Kongos, Unmut gegen&amp;uuml;ber allen Ruandern breit, die ja verantwortlich sind f&amp;uuml;r die Probleme in der sehr Rohstoffreichen Kivu-Provinz. Dann, sozusagen als Rettungsaktion gegen&amp;uuml;ber den Fl&amp;uuml;chtlingen Ruandas sah sich die neue Regierung Ruandas gezwungen den Kongo anzugreifen, um insbesondere die Rebellen in den Fl&amp;uuml;chtlingslagern zu besiegen. Die Extremistischen Hutus fl&amp;uuml;chteten nach Westen in Richtung des Flusses Kongo, sobald die RPF (oder eher deren Nachfolgetruppen) erfolgreich angriffen und verb&amp;uuml;ndeten sich mit Mobutos Truppen, der Nationalarmee von Kongo (Mobuto Sese Seko wird gemeinhin als der schlimmste Diktator Afrikas gesehen). Schlie&amp;szlig;lich entschied sich die RPF den Kongo anzugreifen (wahrscheinlich auch um Ressourcen sicherzustellen) und die ruandischen Fl&amp;uuml;chtlinge zur&amp;uuml;ck in ihr Land zu f&amp;uuml;hren. Die RPF schaffte es dabei sehr schnell die Kongolesische Armee und verbleibende Hutu-Milizen zu besiegen und sogar Kinshasa einzunehmen. Mobuto wurde gest&amp;uuml;rzt, eine ruandafreundliche Regierung unter der Leitung von Laurent-D&amp;eacute;sir&amp;eacute; Kabila eingesetzt und ruandische Truppen in der Kivuprovinz wurden per Dekret geduldet, bevor Ruanda sich aus dem Kongo wieder zur&amp;uuml;ckzog (dies wird als der erste Kongokrieg bezeichnet und ist quasi nur ein Vorspiel zum gro&amp;szlig;en zweiten Kongokrieg). &lt;/p&gt; 
</content> 
</entry> 
 
 <entry> 
 <id>tag:vem-freiwillige.de,2012-01-18:609</id>
 <title>Geschichtliches (dritter Teil)</title> 
 <link rel="alternate" type="text/html" href="http://moritz.vem-freiwillige.de/post/38/609" /> 
  
 <modified>2012-01-18T06:11:34+0100</modified> 
 <issued>2012-01-18T06:11:34+0100</issued> 
 <created>2012-01-18T06:11:34+0100</created> 
 <summary type="text/plain"> &amp;nbsp;                 /* Style Definitions */  table.MsoNormalTable 	{mso-style-name:&quot;Normale Tabelle&quot;; 	mso-tstyle-rowband-size:0; 	mso-tstyle-colband-size:0; 	mso-style-noshow:yes; ...</summary> 
 <author> 
  
 <name>Moritz</name> 
 <url>http://moritz.vem-freiwillige.de</url> 
 <email>moritz.proell@googlemail.com</email> 
</author> 
<dc:subject>
Allgemein 
</dc:subject> 
 <content type="text/html" mode="escaped" xml:lang="de" xml:base="http://moritz.vem-freiwillige.de"> 
 &lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;&amp;nbsp;                &lt;style&gt;/* Style Definitions */  table.MsoNormalTable 	{mso-style-name:&quot;Normale Tabelle&quot;; 	mso-tstyle-rowband-size:0; 	mso-tstyle-colband-size:0; 	mso-style-noshow:yes; 	mso-style-priority:99; 	mso-style-parent:&quot;&quot;; 	mso-padding-alt:0in 5.4pt 0in 5.4pt; 	mso-para-margin-top:0in; 	mso-para-margin-right:0in; 	mso-para-margin-bottom:10.0pt; 	mso-para-margin-left:0in; 	line-height:115%; 	mso-pagination:widow-orphan; 	font-size:11.0pt; 	font-family:&quot;Calibri&quot;,&quot;sans-serif&quot;; 	mso-ascii-font-family:Calibri; 	mso-ascii-theme-font:minor-latin; 	mso-hansi-font-family:Calibri; 	mso-hansi-theme-font:minor-latin; 	mso-bidi-font-family:&quot;Times New Roman&quot;; 	mso-bidi-theme-font:minor-bidi; 	mso-fareast-language:EN-US;} &lt;/style&gt; &lt;span style=&quot;font-size: 11pt; line-height: 115%; font-family: &amp;quot;Calibri&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;&quot;&gt;&amp;Auml;hnlich wie nach dem Deutsch-Franz&amp;ouml;sischen Krieg, war das Verh&amp;auml;ltnis zwischen Ruanda und Kongo nach dem Krieg nicht gerade gut. Auch Kabila, der zwar selbst kein Ruander war, aber Ruandern seine Pr&amp;auml;sidentschaft verdankte, st&amp;ouml;rte sich wohl besonders an dem gro&amp;szlig;en Einfluss Ruandas in die Politik Kongos (wichtige Minister waren ruandaphon oder Ruander: z.B. James Kabarebe, als neuer Generalstabchef Kongos), die Rohstoffausbeutung durch Ruanda und die Pr&amp;auml;sens ruandischer Truppen in der Kivu-Provinz (auch die Bev&amp;ouml;lkerung Kongos war sehr unzufrieden und ist wahrscheinlich mitverantwortlich f&amp;uuml;r den Politikwechsel Kabilas). Auf jeden Fall tat Kabila zwei Dinge die zum Ausbruch des zweiten Kongokriegs f&amp;uuml;hrten: Nachdem er schon l&amp;auml;nger versucht hatte den Anteil der Ruander an der Politik im Kongo zu verkleinern, sch&amp;uuml;rte er Propaganda insbesondere gegen die im Kongo lebenden Tutsis, bis hin zu seinem Erlass, dass alle Ruander das Land verlassen m&amp;uuml;ssen. &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;&amp;nbsp;                &lt;style&gt;/* Style Definitions */  table.MsoNormalTable 	{mso-style-name:&quot;Normale Tabelle&quot;; 	mso-tstyle-rowband-size:0; 	mso-tstyle-colband-size:0; 	mso-style-noshow:yes; 	mso-style-priority:99; 	mso-style-parent:&quot;&quot;; 	mso-padding-alt:0in 5.4pt 0in 5.4pt; 	mso-para-margin-top:0in; 	mso-para-margin-right:0in; 	mso-para-margin-bottom:10.0pt; 	mso-para-margin-left:0in; 	line-height:115%; 	mso-pagination:widow-orphan; 	font-size:11.0pt; 	font-family:&quot;Calibri&quot;,&quot;sans-serif&quot;; 	mso-ascii-font-family:Calibri; 	mso-ascii-theme-font:minor-latin; 	mso-hansi-font-family:Calibri; 	mso-hansi-theme-font:minor-latin; 	mso-bidi-font-family:&quot;Times New Roman&quot;; 	mso-bidi-theme-font:minor-bidi; 	mso-fareast-language:EN-US;} &lt;/style&gt;   &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; class=&quot;MsoNormal&quot; style=&quot;text-align: justify&quot;&gt;Wohl wissend, dass dies zu einem weiteren Konflikt f&amp;uuml;hren w&amp;uuml;rde, wandte er sich an die Interahamwe (die alten Hutuextremisten, die in den Kongo geflohen waren) und gleichzeitig auch an alle m&amp;ouml;glichen anderen Staaten, um Verb&amp;uuml;ndete f&amp;uuml;r diesen Krieg zu finden. Der aus Kinshasa geflohene alte Verteidigungsminister James Kabarebe hatte allerdings noch die Kontrolle &amp;uuml;ber manche Truppen des Kongo, besonders in Bukavu und in Goma (also in zwei St&amp;auml;dten am Kivusee) und von dort startete schon bald, mit der Unterst&amp;uuml;tzung von Ruanda eine Rebellenarmee, die kurz darauf auch nicht unwesentlich von Uganda unterst&amp;uuml;tzt wurde. Nach anf&amp;auml;nglichen Erfolgen und Vorst&amp;ouml;&amp;szlig;en in den Westen, in Richtung Kinshasa, griffen die n&amp;ouml;rdlichen und s&amp;uuml;dlichen Nachbarn des Kongos wie die zentralafrikanische Republik, Tschad, Angola, Namibia und Simbabwe (denen Kabila gro&amp;szlig;e Mengen an Rohstoffen versprochen hatte) auf der Seite des Kongo in den Krieg ein, wobei besonders Angola und Simbabwe es schafften den ruandisch-ugandischen Rebellen zuzusetzen. Als dann auch noch das B&amp;uuml;ndnis zwischen Uganda und Ruanda zerbrach, wurde aus dem zweiten Kongokrieg ein zerm&amp;uuml;rbender Stellungskrieg, der erst mit dem Tod Laurent-D&amp;eacute;sir&amp;eacute; Kabilas (durch einen Attentat) und internationalen Druck beendet wurde (Nachfolger wurde sein Sohn: Joseph Kabila). Als dritter Kongokrieg wird dann schlie&amp;szlig;lich der Kampf des Rebellenf&amp;uuml;hrers Laurent Nkunda bezeichnet, der die problematische und quasi au&amp;szlig;erhalb des Einflusses von Kinshasa stehende Kivu-Provinz mit seinen Tutsirebellen angriff und terrorisierte. Auf internationalen Druck und nat&amp;uuml;rlich auch auf den Wunsch Kongos hin, wurde Nkunda (der zuvor von Ruanda unterst&amp;uuml;tzt wurde) abgesetzt und in Ruanda eingesperrt. Daraufhin verbesserte sich zum ersten Mal seit dem Genozid 1994 die Beziehung von Ruanda und Kongo wieder. Au&amp;szlig;erdem wurde in der letzten Zeit der Rohstoffschmuggel aus dem Kongo unterbunden, es wurden sogar gro&amp;szlig;e Mengen an Rohstoffen in den Kongo zur&amp;uuml;ckgef&amp;uuml;hrt. Deshalb glaube ich nicht, dass Ruanda immer noch Diamanten aus dem Kongo vertreibt.&amp;ldquo;&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; class=&quot;MsoNormal&quot; style=&quot;text-align: justify&quot;&gt;Sehr nachdenklich verlasse ich mit Fabien die Eisdiele. Es ist inzwischen Dunkel geworden und auf der Stra&amp;szlig;e sind viele Ruander auf dem Heimweg. Ob sie wissen das Ruanda mit dem gerademal 80 km &lt;span&gt;&amp;nbsp;&lt;/span&gt;entfernten Kongo in den letzten 15 Jahren drei Kriege gef&amp;uuml;hrt hat. Tats&amp;auml;chlich wissen viele Leute nur von sehr wenig oder haben nur sehr subjektive Informationen von Freunden und Verwandten. Denn obwohl in Ruanda gerade sehr viel gut l&amp;auml;uft, ist es hier mit der Pressefreiheit nicht viel her. Das liegt wohl besonders daran, dass es zur Rolle Ruandas in den drei Kongokriegen noch einiges zu kl&amp;auml;ren gibt. Aber daf&amp;uuml;r ist die Politik und Diplomatie Ruandas, meiner Meinung nach, um einiges interessanter als die deutsche.&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; class=&quot;MsoNormal&quot; style=&quot;text-align: justify&quot;&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; class=&quot;MsoNormal&quot; style=&quot;text-align: justify&quot;&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; class=&quot;MsoNormal&quot; style=&quot;text-align: justify&quot;&gt;Zur Information des Lesers: Nicht alles, wie es hier steht, wurde von meinem Freund Fabien so gesagt. Vieles habe ich noch selbst recherchiert, allerdings habe ich seine Zustimmung vor der Ver&amp;ouml;ffentlichung dieses Artikels eingeholt.&lt;/p&gt; 
</content> 
</entry> 
 
 <entry> 
 <id>tag:vem-freiwillige.de,2011-12-18:581</id>
 <title>Visum und Party in Kigali</title> 
 <link rel="alternate" type="text/html" href="http://moritz.vem-freiwillige.de/post/38/581" /> 
  
 <modified>2011-12-18T12:03:17+0100</modified> 
 <issued>2011-12-18T12:03:17+0100</issued> 
 <created>2011-12-18T12:03:17+0100</created> 
 <summary type="text/plain">Ich bin ein bisschen skeptisch ob das funktioniert. Fabien und ich stehen n&amp;auml;mlich um 3 Uhr Nachts, in irgendeiner Seitenstra&amp;szlig;e Kigalis, zwischen mehreren alten Bussen und ...</summary> 
 <author> 
  
 <name>Moritz</name> 
 <url>http://moritz.vem-freiwillige.de</url> 
 <email>moritz.proell@googlemail.com</email> 
</author> 
<dc:subject>
Allgemein 
</dc:subject> 
 <content type="text/html" mode="escaped" xml:lang="de" xml:base="http://moritz.vem-freiwillige.de"> 
 Ich bin ein bisschen skeptisch ob das funktioniert. Fabien und ich stehen n&amp;auml;mlich um 3 Uhr Nachts, in irgendeiner Seitenstra&amp;szlig;e Kigalis, zwischen mehreren alten Bussen und Gel&amp;auml;ndewagen. Und wir warten darauf, dass uns Fabiens Freund, Vincent, abholt (der, wie ich annehme, zu dieser Zeit schl&amp;auml;ft). &amp;bdquo;Warst du denn schon mal bei ihm?&amp;ldquo; frage ich Fabien, dessen Gesicht fast in der Dunkelheit verschwindet &amp;bdquo;oder hast du wenigstens seine Hausnummer?&amp;ldquo;. Fabien lacht auf, da es in Kigali weder Hausnummern noch Stra&amp;szlig;ennamen gibt &amp;bdquo;Nein, aber mach dir keine Sorgen.&amp;ldquo; Beruhigt er mich und f&amp;uuml;nf Minuten sp&amp;auml;ter erscheint auch ein st&amp;auml;mmiger Mann im Bademantel. &amp;bdquo;Das ist ein bisschen wie im Film&amp;ldquo; denke ich mir als wir in Vincents Bude ankommen, er uns gute Nacht w&amp;uuml;nscht und ich mich zwischen Fabien und einem Unbekannten schlafen lege. Es ist das erste Mal, dass ich zu dritt in einem Bett schlafe, mit einer Decke und ohne Kopfkissen. Das war auch die erste Party in Kigali. Das ist ein echtes Erlebnis, denke ich mir und schlafe zufrieden ein.&lt;style&gt;/* Style Definitions */  table.MsoNormalTable 	{mso-style-name:&quot;Normale Tabelle&quot;; 	mso-tstyle-rowband-size:0; 	mso-tstyle-colband-size:0; 	mso-style-noshow:yes; 	mso-style-priority:99; 	mso-style-parent:&quot;&quot;; 	mso-padding-alt:0in 5.4pt 0in 5.4pt; 	mso-para-margin-top:0in; 	mso-para-margin-right:0in; 	mso-para-margin-bottom:10.0pt; 	mso-para-margin-left:0in; 	line-height:115%; 	mso-pagination:widow-orphan; 	font-size:11.0pt; 	font-family:&quot;Calibri&quot;,&quot;sans-serif&quot;; 	mso-ascii-font-family:Calibri; 	mso-ascii-theme-font:minor-latin; 	mso-hansi-font-family:Calibri; 	mso-hansi-theme-font:minor-latin; 	mso-bidi-font-family:&quot;Times New Roman&quot;; 	mso-bidi-theme-font:minor-bidi; 	mso-fareast-language:EN-US;} &lt;/style&gt;   &lt;p class=&quot;MsoNormal&quot; style=&quot;text-align: justify&quot;&gt;Am &amp;uuml;bern&amp;auml;chsten Morgen stehen Ilva und ich vor dem Immigration Office in Kigali. Ein gro&amp;szlig;er, silberner Gel&amp;auml;ndewagen f&amp;auml;hrt vor und heraus kommt der Bischof. Der Bischof ist eine gesellschaftliche Institution. Seine Kontakte reichen in jeden Winkel Ruandas und fast um die ganze Welt. Von seiner kr&amp;auml;ftigen Stimme bis zu seinem schicken Auto ist er eine ehrbare Pers&amp;ouml;nlichkeit mit einer m&amp;auml;chtigen Ausstrahlung. Die Hilfe dieses Mannes ist es, die Ilva und mir letztendlich doch noch Erfolg bei der Beschaffung unserer Visa in Aussicht stellt. Er ist ganz der V&amp;auml;terliche, begr&amp;uuml;&amp;szlig;t uns enthusiastisch und beruhigt seine Sch&amp;auml;fchen, dass er das mit den Visa schon regeln wird. Wir unterhalten uns noch ein bisschen und schon bald hat der Bischof das Privileg direkt vorgelassen zu werden und erkl&amp;auml;rt der Dame im Immigration Office, warum wir unsere Visa besser doch bekommen sollten. Ist das soweit geregelt, nimmt er uns noch mit in die Innenstadt und l&amp;auml;dt uns auf einen Kaffee ein. Kigali ist eine gro&amp;szlig;e Stadt und trotzdem kommen immer wieder Leute an den Tisch in unserem Caf&amp;eacute; und begr&amp;uuml;&amp;szlig;en den Bischof. &amp;bdquo;Das ist mein Sohn&amp;ldquo; sagt dieser dann und unser Besucher f&amp;uuml;hlt sich in besonderem Ma&amp;szlig;e geehrt und best&amp;auml;tigt, dass der Bischof f&amp;uuml;r ihn eine ganz besondere Person sei.&lt;/p&gt;  &lt;p class=&quot;MsoNormal&quot; style=&quot;text-align: justify&quot;&gt;Am n&amp;auml;chsten Morgen (ich habe gerade die Finger voller Dreck, da ich auf der Farm B&amp;auml;umchen pflanze) bekomme ich die Nachricht, dass mein Visum bereit zur Abholung ist. Dass es mit dem Visum dann so schnell funktioniert, h&amp;auml;tte ich dann doch nicht erwartet (ich habe n&amp;auml;mlich schon einmal einen ganzen Monat auf eine Nachricht von Immigration Office gewartet, obwohl diese meine &amp;bdquo;Freunde&amp;ldquo; auf Facebook sind).&lt;/p&gt; 
</content> 
</entry> 
 
 <entry> 
 <id>tag:vem-freiwillige.de,2011-11-22:561</id>
 <title>Basic Cooking</title> 
 <link rel="alternate" type="text/html" href="http://moritz.vem-freiwillige.de/post/38/561" /> 
  
 <modified>2011-11-22T09:24:26+0100</modified> 
 <issued>2011-11-22T09:24:26+0100</issued> 
 <created>2011-11-22T09:24:26+0100</created> 
 <summary type="text/plain">Wie schon gesagt ist Ruanda das Land der tausend H&amp;uuml;gel. Gerade beim Buffet im Restaurant wird das besonders deutlich. Da man sich nicht nachnehmen darf und besonders Studenten jeden bezahlten ...</summary> 
 <author> 
  
 <name>Moritz</name> 
 <url>http://moritz.vem-freiwillige.de</url> 
 <email>moritz.proell@googlemail.com</email> 
</author> 
<dc:subject>
Allgemein 
</dc:subject> 
 <content type="text/html" mode="escaped" xml:lang="de" xml:base="http://moritz.vem-freiwillige.de"> 
 Wie schon gesagt ist Ruanda das Land der tausend H&amp;uuml;gel. Gerade beim Buffet im Restaurant wird das besonders deutlich. Da man sich nicht nachnehmen darf und besonders Studenten jeden bezahlten Franc auskosten m&amp;ouml;chten sind die Teller entsprechend gef&amp;uuml;llt: Mit kneteartiger Kassava (Maniok) Paste, Kochbananen (langweiliger als rohe Kartoffeln), Bohnen, Reis, Spaghetti und Pommes entstehen teilweise beeindruckende Berge aus Essen. Aber es ist immer das gleiche und als Freund gesunder Variation bin ich da doch froh, dass ich f&amp;uuml;r mich selbst kochen kann.&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;Heute ist ein besonderer Tag: Nicht nur weil Bj&amp;ouml;rge (aus Gie&amp;szlig;en, mit dem ich gew&amp;ouml;hnlich koche), Ilva und Antti (ein Finne) zu Besuch bei mir sind und auch nicht weil sch&amp;ouml;nes Wetter ist. Nein es ist gerade deswegen eine besondere Situation, weil wir vier in der N&amp;auml;he meiner Wohnung vor einem toten Huhn stehen. Wir sind alle ein wenig verst&amp;ouml;rt und f&amp;uuml;hlen uns ein bisschen von Fabien alleingelassen, der zum Gl&amp;uuml;ck noch selbst das Werk vollbracht hat. Ich rei&amp;szlig;e mich aus meiner Starre und hole kochendes Wasser, um damit die Federn zu entfernen. Ilva und Bj&amp;ouml;rge helfen schlie&amp;szlig;lich mit (Der Finne beobachtet lieber) und es ist gar nicht so schwer das Huhn zu rupfen, es hat sogar wie auch gew&amp;ouml;hnliches Kochen etwas Meditatives. Wir alle vier haben so etwas im Grunde noch nie gemacht und so ist es ein bisschen Faszinierend und Makaber, dass ich weiteren Anweisungen aus meinem SAS Survival Guide vorlese und wir gemeinsam das Huhn zu dem verarbeiten, wie wir es aus dem Tiefk&amp;uuml;hlfach bei Lidl kennen. Zur&amp;uuml;ck in der K&amp;uuml;che erkl&amp;auml;ren Bj&amp;ouml;rge und Antti, die beide Medizin studieren, uns die Organe. &amp;bdquo;Das hier ist eine Niere&amp;ldquo; sagt Bj&amp;ouml;rge und h&amp;auml;lt die kleine Bohne in der Hand &amp;bdquo;und hier ist das Herz&amp;ldquo;. Es ist klein und von &amp;Auml;derchen umgeben. Die Leber sieht ein bisschen aus wie ein dunkelroter und kleiner Kombukapilz. Es ist wunderlich all diese Dinge zu sehen, zu betasten und ihre Funktion erkl&amp;auml;rt zu bekommen. Dass dieses fast erbsengro&amp;szlig;e Herz ein ganzes Huhn versorgen kann finde ich erstaunlich.  &lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;MsoNormal&quot; style=&quot;text-align: justify&quot;&gt;Zum ersten Mal habe ich es mir komplett verdient gebratenes Huhn zu essen und mit einer Marinade aus meinem Kochbuch &amp;bdquo;Basic Cooking&amp;ldquo; schmeckt es auch richtig gut. Aber ein bisschen kann ich auch Mac verstehen. Sie ist Amerikanerin, Vegetarierin und hat heute Geburtstag. Unser Geschenk war es deshalb das Huhn an meinem Haus zu schlachten. Mit Huhn, Reis, Bananenkuchen und vielen Spaghetti feiern wir noch in die Nacht hinein und ich bin auch ein bisschen erleichtert wenn die folgenden Kocherlebnisse f&amp;uuml;r mich weniger ungew&amp;ouml;hnlich sind.&lt;/p&gt;  &lt;p class=&quot;MsoNormal&quot; style=&quot;text-align: justify&quot;&gt;Vielen Dank an dieser Stelle an die Firma Robuso, f&amp;uuml;r die vielen Messer und Scheren, die als Gastgeschenke oder eben f&amp;uuml;r jene besonderen Anl&amp;auml;sse sehr n&amp;uuml;tzlich sind.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt; 
</content> 
</entry> 
 
 <entry> 
 <id>tag:vem-freiwillige.de,2011-11-02:540</id>
 <title>Das studentische Leben.</title> 
 <link rel="alternate" type="text/html" href="http://moritz.vem-freiwillige.de/post/38/540" /> 
  
 <modified>2011-11-02T20:37:45+0100</modified> 
 <issued>2011-11-02T20:37:45+0100</issued> 
 <created>2011-11-02T20:37:45+0100</created> 
 <summary type="text/plain">Ich versuche mich nicht zu bewegen. Denn sobald ich mich in diesem Bett auch nur auf die Seite drehen w&amp;uuml;rde, g&amp;auml;be es ein Knarzen das Valeri sicher nicht einschlafen k&amp;ouml;nnte. Aber er ...</summary> 
 <author> 
  
 <name>Moritz</name> 
 <url>http://moritz.vem-freiwillige.de</url> 
 <email>moritz.proell@googlemail.com</email> 
</author> 
<dc:subject>
Allgemein 
</dc:subject> 
 <content type="text/html" mode="escaped" xml:lang="de" xml:base="http://moritz.vem-freiwillige.de"> 
 Ich versuche mich nicht zu bewegen. Denn sobald ich mich in diesem Bett auch nur auf die Seite drehen w&amp;uuml;rde, g&amp;auml;be es ein Knarzen das Valeri sicher nicht einschlafen k&amp;ouml;nnte. Aber er steht sowieso nochmal auf um seine Schuhe zu reinigen und ich nutze die Gelegenheit und ver&amp;auml;ndere meine Position. Valeri studiert Linguistik und ist soweit ich wei&amp;szlig; immer gut gekleidet. Dieser Typus von Student beeindruckt mich sehr, auf dem Land aufgewachsen, alle Examen erfolgreich bestanden ist er in Butare, der Universit&amp;auml;tsstadt, auf sich allein gestellt. Nur wenige Studenten werden unterst&amp;uuml;tzt und m&amp;uuml;ssen so neben der Uni f&amp;uuml;r wenig Geld arbeiten, schlafen zu zweit in einem Bett, zu viert in einem Zimmer. Der Student hier in Ruanda ist ein &amp;Uuml;berlebensk&amp;uuml;nstler, will au&amp;szlig;erdem die Welt oder zumindest Ruanda &amp;auml;ndern und schafft es trotzdem auf &amp;Auml;u&amp;szlig;erlichkeiten zu achten (und zu studieren).&lt;style&gt;/* Style Definitions */  table.MsoNormalTable 	{mso-style-name:&quot;Normale Tabelle&quot;; 	mso-tstyle-rowband-size:0; 	mso-tstyle-colband-size:0; 	mso-style-noshow:yes; 	mso-style-priority:99; 	mso-style-parent:&quot;&quot;; 	mso-padding-alt:0in 5.4pt 0in 5.4pt; 	mso-para-margin-top:0in; 	mso-para-margin-right:0in; 	mso-para-margin-bottom:10.0pt; 	mso-para-margin-left:0in; 	line-height:115%; 	mso-pagination:widow-orphan; 	font-size:11.0pt; 	font-family:&quot;Calibri&quot;,&quot;sans-serif&quot;; 	mso-ascii-font-family:Calibri; 	mso-ascii-theme-font:minor-latin; 	mso-hansi-font-family:Calibri; 	mso-hansi-theme-font:minor-latin; 	mso-bidi-font-family:&quot;Times New Roman&quot;; 	mso-bidi-theme-font:minor-bidi; 	mso-fareast-language:EN-US;} &lt;/style&gt;   &lt;p class=&quot;MsoNormal&quot; style=&quot;text-align: justify&quot;&gt;Eines Abends hatte ich gerade mit Exodus (er studiert Statistik) in einer sehr preiswerten Gastronomie gegessen (so preiswert dass ich als Wei&amp;szlig;er wie ein Au&amp;szlig;erirdischer angeguckt wurde). Da treffen wir auf Frank, fast so gro&amp;szlig; wie ich, mit einer tiefen Stimme, stellt er sich vor. Und legt mir schon bald seine Lebensziele dar: Er h&amp;auml;tte gerne ein gro&amp;szlig;es Auto, einen guten Job und viele Kinder, ist sich aber nicht sicher ob ihm Ruanda dies bieten kann (bis auf letzteres). &amp;bdquo;Meistens ist es leider so, dass man wenn man viel Geld verdient, die Familie vernachl&amp;auml;ssigen muss, aber viele Kinder zu haben finde ich da besser&amp;ldquo; wende ich ein. &amp;bdquo;Das mit den Kindern ist ja auch kein Problem (wie gesagt) aber f&amp;uuml;r ein Auto oder einen guten Job reicht unsere Wirtschaft hier einfach nicht aus&amp;ldquo; sagt Frank eindr&amp;uuml;cklich. &amp;bdquo;Ich denke schon das sich in Ruanda etwas bewegt: durch die Studenten&amp;ldquo; meint Exodus, &amp;bdquo;Mit der Zeit wird unsere Wirtschaft wachsen.&amp;ldquo; &amp;bdquo;Aber wir sind nur so wenige. Die Gesamtheit muss sich &amp;auml;ndern&amp;ldquo; schlie&amp;szlig;t Frank. Nach zahlreichen Vergleichen mit Deutschland gehen wir schlie&amp;szlig;lich&lt;span&gt;&amp;nbsp; &lt;/span&gt;auch schlafen, angeregt und begeistert von unserer Diskussion (die sicher nicht die letzte ist).&lt;/p&gt; 
</content> 
</entry> 
 
 <entry> 
 <id>tag:vem-freiwillige.de,2011-11-02:539</id>
 <title>Die Schule. Ein Zuhause.</title> 
 <link rel="alternate" type="text/html" href="http://moritz.vem-freiwillige.de/post/38/539" /> 
  
 <modified>2011-11-02T20:34:58+0100</modified> 
 <issued>2011-11-02T20:34:58+0100</issued> 
 <created>2011-11-02T20:34:58+0100</created> 
 <summary type="text/plain">&amp;bdquo;Wei&amp;szlig;t du wo Aphrodice ist?&amp;ldquo; frage ich einen Sch&amp;uuml;ler in Rusatira. Ich stehe am Eingang zum Schulhof kurz nach den heutigen Examen und w&amp;uuml;rde doch gerne einen Blick auf ...</summary> 
 <author> 
  
 <name>Moritz</name> 
 <url>http://moritz.vem-freiwillige.de</url> 
 <email>moritz.proell@googlemail.com</email> 
</author> 
<dc:subject>
Allgemein 
</dc:subject> 
 <content type="text/html" mode="escaped" xml:lang="de" xml:base="http://moritz.vem-freiwillige.de"> 
 &amp;bdquo;Wei&amp;szlig;t du wo Aphrodice ist?&amp;ldquo; frage ich einen Sch&amp;uuml;ler in Rusatira. Ich stehe am Eingang zum Schulhof kurz nach den heutigen Examen und w&amp;uuml;rde doch gerne einen Blick auf dieselben meiner Mathesch&amp;uuml;ler werfen. &amp;bdquo;Der badet gerade, glaube ich&amp;ldquo; sagt der Sch&amp;uuml;ler und bietet trotzdem an mich zu ihm zu f&amp;uuml;hren.&lt;style&gt;/* Style Definitions */  table.MsoNormalTable 	{mso-style-name:&quot;Normale Tabelle&quot;; 	mso-tstyle-rowband-size:0; 	mso-tstyle-colband-size:0; 	mso-style-noshow:yes; 	mso-style-priority:99; 	mso-style-parent:&quot;&quot;; 	mso-padding-alt:0in 5.4pt 0in 5.4pt; 	mso-para-margin-top:0in; 	mso-para-margin-right:0in; 	mso-para-margin-bottom:10.0pt; 	mso-para-margin-left:0in; 	line-height:115%; 	mso-pagination:widow-orphan; 	font-size:11.0pt; 	font-family:&quot;Calibri&quot;,&quot;sans-serif&quot;; 	mso-ascii-font-family:Calibri; 	mso-ascii-theme-font:minor-latin; 	mso-hansi-font-family:Calibri; 	mso-hansi-theme-font:minor-latin; 	mso-bidi-font-family:&quot;Times New Roman&quot;; 	mso-bidi-theme-font:minor-bidi; 	mso-fareast-language:EN-US;} &lt;/style&gt;   &lt;p class=&quot;MsoNormal&quot; style=&quot;text-align: justify&quot;&gt;Morgens hatte ich die Examen beaufsichtigt. Ich war glaube ich noch niemals so sehr Lehrer gewesen. In dieser gro&amp;szlig;en Halle der Schule sa&amp;szlig;en in sechs Reihen mehr als hundert Sch&amp;uuml;ler, hochkonzentriert vor eher provisorisch wirkenden Aufgabenzettelsammlungen (und diese zu verteilen war auch nicht gerade strukturiert vor sich gegangen). Ich versuche derweil gemessenen und w&amp;uuml;rdevollen Schrittes durch die Reihen zu schreiten, abschreiben unterbindende Blicke schweifen zu lassen und meine Route so zu w&amp;auml;hlen, dass alle Meldungen mit klausurb&amp;ouml;gen bedient werden. Ich f&amp;uuml;hle mit den Sch&amp;uuml;lern, da ich nie ein gro&amp;szlig;artiger Klausurenschreiber war und hier werden die Sch&amp;uuml;ler am Ende jeden Schuljahres in jedem Fach gepr&amp;uuml;ft. Zus&amp;auml;tzlich muss die neunte und zw&amp;ouml;lfte Klasse noch die nationalen Examen bestehen (wer dann auch noch zur Universit&amp;auml;t zugelassen wird geh&amp;ouml;rt mit Sicherheit zu den schlausten K&amp;ouml;pfen Ruandas).&lt;/p&gt;  &lt;p class=&quot;MsoNormal&quot; style=&quot;text-align: justify&quot;&gt;Abends verst&amp;auml;rkt sich die Zeltlageratmosph&amp;auml;re des Schulgel&amp;auml;ndes noch, wenn die Lehrer gemeinsam zu Abend essen und die Sch&amp;uuml;ler langsam in ihre Betten verschwinden. Besonders die Dunkelheit macht mein Erlebnis hier zu &amp;uuml;bernachten eindrucksvoll, insbesondere nat&amp;uuml;rlich die Sterne und die Tatsache das wir am n&amp;auml;chsten Morgen um 4:30 Uhr in den Norden Ruandas zu einem Ausflug aufbrechen werden.&lt;/p&gt; 
</content> 
</entry> 
 
 <entry> 
 <id>tag:vem-freiwillige.de,2011-10-20:529</id>
 <title>United Nations</title> 
 <link rel="alternate" type="text/html" href="http://moritz.vem-freiwillige.de/post/38/529" /> 
  
 <modified>2011-10-20T21:01:46+0200</modified> 
 <issued>2011-10-20T21:01:46+0200</issued> 
 <created>2011-10-20T21:01:46+0200</created> 
 <summary type="text/plain">Vier L&amp;auml;ufer Tim, Demian, Fabien und ich, aus vier Nationen Australien, Frankreich, Ruanda und Deutschland bezwingen die tausend H&amp;uuml;gel Ruandas. Zum einen ist das nat&amp;uuml;rlich Sport und ...</summary> 
 <author> 
  
 <name>Moritz</name> 
 <url>http://moritz.vem-freiwillige.de</url> 
 <email>moritz.proell@googlemail.com</email> 
</author> 
<dc:subject>
Allgemein 
</dc:subject> 
 <content type="text/html" mode="escaped" xml:lang="de" xml:base="http://moritz.vem-freiwillige.de"> 
 Vier L&amp;auml;ufer Tim, Demian, Fabien und ich, aus vier Nationen Australien, Frankreich, Ruanda und Deutschland bezwingen die tausend H&amp;uuml;gel Ruandas. Zum einen ist das nat&amp;uuml;rlich Sport und zum anderen erfreut und zerstreut das die Einheimischen, besonders Kinder, die gerne mal ein bisschen mitlaufen oder ein Gespr&amp;auml;ch anfangen.&lt;br /&gt;&lt;p class=&quot;MsoNormal&quot; style=&quot;text-align: justify&quot;&gt;&lt;span&gt;&lt;/span&gt;Gerade am Anfang hatte ich keine Chance zu antworten da mich die H&amp;ouml;henluft ganz sch&amp;ouml;n in Atem hielt, langsam geht es aber und ich sage &amp;bdquo;I&amp;rsquo;m &amp;hellip; fine &amp;hellip; thank &amp;hellip; you&amp;ldquo;. Danach haben wir dann bei Demian gegessen (ich hab noch geduscht, weil es so viel leichter ist das kalte Wasser zu ertragen), Demians und Tims Kinder spielen miteinander, sprechen in ihrer jeweiligen Sprache und verstehen sich doch. Derweil genie&amp;szlig;e ich franz&amp;ouml;sisches Essen, italienischen Wein und den franz&amp;ouml;sischen Akzent.&lt;/p&gt;  &lt;p class=&quot;MsoNormal&quot; style=&quot;text-align: justify&quot;&gt;Butare kommt mir manchmal wie ein internationaler Treffpunkt vor und auch die UNO mit WFP und UNICEF sind sehr pr&amp;auml;sent. Ganz besonders liebe ich &amp;uuml;brigens die Amerikaner, einfach weil sie so schnell begeistert und einf&amp;uuml;hlsam sein k&amp;ouml;nnen und sie haben die interessantesten Geschichten zu erz&amp;auml;hlen: z.B. wie man Mitten in Afrika sein Auto mit Ketchup reparieren kann oder voller Mitleid Geschichten &amp;uuml;ber Unf&amp;auml;lle in ihrer Heimat. Aber auch besonders au&amp;szlig;ergew&amp;ouml;hnliche F&amp;auml;lle im Krankenhaus, denn alle Amerikaner (die ich hier getroffen habe) sind &amp;Auml;rzte. &lt;/p&gt; 
</content> 
</entry> 
 
 <entry> 
 <id>tag:vem-freiwillige.de,2011-10-18:517</id>
 <title>Eine Hochzeit</title> 
 <link rel="alternate" type="text/html" href="http://moritz.vem-freiwillige.de/post/38/517" /> 
  
 <modified>2011-10-18T20:46:00+0200</modified> 
 <issued>2011-10-18T20:46:00+0200</issued> 
 <created>2011-10-18T20:46:00+0200</created> 
 <summary type="text/plain">&amp;bdquo;Wie lange geht denn so eine Hochzeit?&amp;ldquo; frage ich Theogene, dessen Cousine heute heiratet. Wir fr&amp;uuml;hst&amp;uuml;cken noch gemeinsam um danach aufzubrechen &amp;bdquo;Wir beginnen um 8:00 ...</summary> 
 <author> 
  
 <name>Moritz</name> 
 <url>http://moritz.vem-freiwillige.de</url> 
 <email>moritz.proell@googlemail.com</email> 
</author> 
<dc:subject>
Allgemein 
</dc:subject> 
 <content type="text/html" mode="escaped" xml:lang="de" xml:base="http://moritz.vem-freiwillige.de"> 
 &amp;bdquo;Wie lange geht denn so eine Hochzeit?&amp;ldquo; frage ich Theogene, dessen Cousine heute heiratet. Wir fr&amp;uuml;hst&amp;uuml;cken noch gemeinsam um danach aufzubrechen &amp;bdquo;Wir beginnen um 8:00 Uhr und dann bis 16:00 Uhr sp&amp;auml;testens bis 18:00 Uhr&amp;ldquo;. Danach wollte ich n&amp;auml;mlich noch die Australier besuchen, ihnen sage ich vorsichtshalber, dass ich erst um 19:00 Uhr komme.  &lt;p class=&quot;MsoNormal&quot; style=&quot;text-align: justify&quot;&gt;Gesch&amp;auml;ftigkeit erf&amp;uuml;llt das Haus der Familie. Aus ganz Butare versammeln sich hier Leute um gemeinsam zu den Feierlichkeiten gebracht zu werden. Wichtige Pers&amp;ouml;nlichkeiten sind gekommen: Der Kanon des Bistums, Pastoren, Professoren und allerlei andere Angestellte der Kirche. Alle in Anzug mit Krawatte und h&amp;uuml;bschen Kleidern, wie es sich geh&amp;ouml;rt. Aber trotz der festlichen Aufmachung quetschen sich bald, da der Fahrer schon wartet, 18 Personen&lt;span&gt;&amp;nbsp; &lt;/span&gt;in einen Minibus. Die unangenehme Fahrt l&amp;auml;sst sich einfach nicht vermeiden, wenn die Hochzeit auf dem Land stattfindet. Und selbst wenn dann, bei Regen, das ganze Fest zur Schlammschlacht wird, w&amp;auml;re dies kein Grund nicht seine Lackschuhe anzuziehen. Ich halte mich an Theogene und fahre etwas sp&amp;auml;ter, wor&amp;uuml;ber ich sehr froh bin, denn die l&amp;auml;ngere Fahrt auf Feldwegen, die H&amp;uuml;gel hoch und runter, kann in so einem engen Bus schon mal Schwei&amp;szlig;treibend sein. &lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;MsoNormal&quot; style=&quot;text-align: justify&quot;&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;MsoNormal&quot; style=&quot;text-align: justify&quot;&gt;Und obwohl wir dann schlie&amp;szlig;lich, nach weiteren Versp&amp;auml;tungen, nur zu f&amp;uuml;nft in einem weiteren Minibus sitzen, muss dieser bei manchen Steigungen ein paarmal ausholen, um (wie bei dem Spiel mit der Kugel auf einem Holzbrett mit L&amp;ouml;chern) den einzig richtigen Weg zu finden und allen Schlagl&amp;ouml;chern, Steinen und B&amp;auml;umen auszuweichen. Lebendige Hindernisse und ab 18:00 Uhr auch Dunkelheit erh&amp;ouml;hen den Schwierigkeitsgrad nicht unwesentlich. &lt;/p&gt;  &lt;p class=&quot;MsoNormal&quot; style=&quot;text-align: justify&quot;&gt;Menschenmassen empfangen uns, besonders mich als Wei&amp;szlig;en. Nach einem kurzen Rundgang ums Haus setze ich mich. Ich merke bald: je wichtiger die Personen, desto n&amp;auml;her sitzen sie am Brautpaar. Die Armen Dorfbewohner der Umgebung m&amp;uuml;ssen dagegen stehen. Als Wei&amp;szlig;er habe ich selbstverst&amp;auml;ndlich einen Platz direkt neben den Pastoren zu meiner linken und den Trauzeugen zu meiner rechten. Unter einem Holzverschlag, quasi am Hang, warten wir, unterhalten uns, oder lauschen dem Chor, der traditionell das Fest begleitet. Da der Br&amp;auml;utigam auf sich warten l&amp;auml;sst, lerne ich Pastor Valentin n&amp;auml;her kennen. Mit seiner Brille und seinem zutraulichen L&amp;auml;cheln macht er sowieso einen freundlichen Eindruck. Zuhause hat er noch eine 9 Monate alte Tochter und seine Frau, die leider verhindert ist, was wir beide sehr bedauern. Ansonsten beobachte ich die Umgebung: Vor mir steht ein blaues Fass und rechts von mir, die einzig gepolsterten St&amp;uuml;hle, scheinen f&amp;uuml;r das Brautpaar zu sein. Es ist eine typisch Ruandische Umgebung. Das Haus, nach deutschen Ma&amp;szlig;st&amp;auml;ben eine H&amp;uuml;tte, liegt etwas unterhalb des roten braunen Feldweges. Ein Unterstand f&amp;uuml;r die G&amp;auml;ste wurde aus &amp;Auml;sten, Bambus und Plastikplanen errichtet. Auch bemerke ich, dass die Ruander f&amp;uuml;r das Warten geboren zu sein scheinen, denn ich kann schon bald nicht mehr sitzen und habe noch einen der besseren St&amp;uuml;hle. Da kommt er endlich, zuerst der Vater des Br&amp;auml;utigams, ein st&amp;auml;mmiger Herr mit markantem Gesicht. Mit Kanon Etienne, dem Vertreter der Brautseite, beginnt er sich zu unterhalten, zuerst &amp;uuml;ber belangloses, aber dann &amp;uuml;ber ein sch&amp;ouml;nes M&amp;auml;dchen das er zuf&amp;auml;llig gesehen habe (dies scheint die Braut sein). Daraufhin wird (alkoholfreies) Sogum Bier aus dem blauen Fass getrunken, eine milchig tr&amp;uuml;be und hellbraune Fl&amp;uuml;ssigkeit, die unaufh&amp;ouml;rlich blubbert und das Gespr&amp;auml;ch behandelt nun vor allem K&amp;uuml;he, Symbol f&amp;uuml;r Reichtum und besonders wichtig f&amp;uuml;r das Auskommen der neuen Familie. Es ist ein interessantes und lustiges Gespr&amp;auml;ch, Schade nur, dass sich die besten Witze (gemessen an der Resonanz des Publikums) nicht &amp;uuml;bersetzten lassen. Auch wenn Pastor Valentin versucht mir zu erkl&amp;auml;ren das es irgendetwas mit dem Durchmesser eines Kreises zu tun hat, wobei ich mir beim bestem Willen nicht vorstellen kann was daran so lustig sein soll.&lt;/p&gt;  &lt;p class=&quot;MsoNormal&quot; style=&quot;text-align: justify&quot;&gt;Bis dann alles ausgehandelt ist, eine echte und verst&amp;ouml;rte Kuh das Publikum aufgemischt hat und die ganze Gesellschaft zur Kirche verfrachtet wurde, ist es schon sp&amp;auml;ter Nachmittag geworden. Obwohl die Ruander teilweise stark an Ihrer Kultur festhalten, werden manche westlichen Dinge doch gerne angenommen und meiner Meinung nach ein bisschen &amp;uuml;bertrieben. Dazu geh&amp;ouml;ren unter anderem Handy, Zahnstocher und Softdrinks. Sodass, w&amp;auml;hrend manche noch in der Kirche in ihren Z&amp;auml;hnen stochern, Strohhalme an alle verteilt werden und zur Feier des Tages Cola, Fanta und Sprite (f&amp;uuml;r das Brautpaar am Altar in Weingl&amp;auml;sern) gereicht werden. Vor seiner Predigt versendet der Pfarrer noch schnell ein paar SMS und ich hoffe doch irgendwie fr&amp;uuml;her zur&amp;uuml;ck zu kommen, denn gleich geht die Sonne unter. Da geschieht es: Hier in der Kirche fernab von der n&amp;auml;chsten befestigten Stra&amp;szlig;e, treffe ich verwunderlicher Weise einen weiteren Wei&amp;szlig;en und denke mir direkt, dieser k&amp;ouml;nnte auch Albert Schweizer sein. Damit lag ich gar nicht so falsch denn Benoit, ist Direktor einer privaten Universit&amp;auml;t, hat Mathe, Literatur und Theologie (mit Doktor) studiert und spricht auch Deutsch flie&amp;szlig;end, da er Schweizer ist. Es war ein Gl&amp;uuml;ck, dass ich es noch geschafft habe mit ihm zur&amp;uuml;ck zu fahren, w&amp;auml;hrend es dunkel wurde. Da es auf dem Land ja so gut wie keine Lichter gibt und die Hochzeit dann noch l&amp;auml;nger w&amp;uuml;rde.&lt;/p&gt;  &lt;p class=&quot;MsoNormal&quot; style=&quot;text-align: justify&quot;&gt;Um halb zw&amp;ouml;lf &lt;span&gt;&amp;nbsp;&lt;/span&gt;Nachts kommt Theogene dann noch bei mir vorbei und bringt mir meine Sachen (was absolut nicht n&amp;ouml;tig gewesen w&amp;auml;re, aber er hat ein unwahrscheinlich starkes Pflichtgef&amp;uuml;hl). &amp;bdquo;Wann bist du denn jetzt von der Hochzeit zur&amp;uuml;ckgekommen&amp;ldquo; frage ich und versichere ihm, dass ich noch nicht geschlafen habe &amp;bdquo;Gerade eben. Es gab noch Probleme mit dem Minibus, weil dieser steckengeblieben ist und der Fahrer im Dunkeln l&amp;auml;nger gebraucht hat um Hilfe zu holen&amp;ldquo;. Was f&amp;uuml;r ein Gl&amp;uuml;ck ich doch hatte um 18:30 Uhr zur&amp;uuml;ckzukommen und nicht um kurz nach 23 Uhr. Mit so einer Versp&amp;auml;tung h&amp;auml;tte dann selbst ich nicht mehr gerechnet.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt; 
</content> 
</entry> 
 
</feed>
